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Neues Festival: Superbloom lässt München erblühen

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Geheimtipps: Die besten Rooftop Bars Europas

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Gegenbauer will keinen Massentourismus auf dem Wiener Naschmarkt Andreas Pessenlehner -- Erwin Gegenbauer in seinem Laden auf dem Wiener Naschmarkt
  • 04. Juni 2018
  • Redaktion
„Disneyland-Naschmarkt“

Gegenbauer will keinen Massentourismus auf dem Wiener Naschmarkt

Damit Stammkunden wieder ungestört einkaufen können und der Markt mehr zu seinem ursprünglichen Charakter zurückfindet, hat sich Gegenbauer entschieden, an seinen Ständen keine Touren mehr zuzulassen.

Wer Erwin Gegenbauer kennt, weiß, dass er zu vielen Themen sehr klare Meinungen hat. Nun wendet sich der gebürtige Wiener der Veränderung zu, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten über den Naschmarkt hereingebrochen ist. „Früher war der Naschmarkt das Delikatessen-Epizentrum Mitteleuropas, Künstler, Politiker, Feinschmecker und Bonvivants teilten sich das volle kulinarische Angebot“, erklärt der Essigpapst. „Heute ist er nurmehr eine Kulisse für Massentourismus.“

Die Familie Gegenbauer kann auf eine lange kulinarische Tradition am Naschmarkt zurückblicken, schon die Großeltern des heutigen Firmeninhabers besaßen dort 1929 einen Stand. „Ich erinnere mich, als ich 1992 an einem Samstag im Sommer erstmals mit meinen fünf Essigfässern auf dem Naschmarkt stand“, so Erwin Gegenbauer. „Ich war geradezu überrascht, einen Kunden passieren zu sehen. Natürlich nur bis 12 Uhr, dann schloss der Markt.“ Mit Aufkommen des Städtetourismus entwickelte sich der Standort wieder zusehends, und auch die Entwicklung der Gastronomie spielte eine entscheidende Rolle dabei, Köche wieder zum Einkaufen auf den Markt zu bringen. „Es war geradezu verpflichtend, sich mit Freunden zu treffen, ein Gläschen zu trinken und dazu ein paar Schmankerln zu genießen. Der erste Städtetourismus war sehr ess-, trink- und kunstgebildet und fand in dieser Atmosphäre feine Urlaubserlebnisse“, erklärt Gegenbauer.

Heute jedoch habe der internationale Massentourismus dem Naschmarkt seine Ursprünglichkeit genommen, ihn zu einer belanglosen Restaurantszene für den bedeutungslosen Konsum verkommen lassen. „Man geht nicht mehr einkaufen, um zu Hause zu kochen, man isst vor Ort, meist in zweifelhafter Qualität, was allerdings keine Rolle spielen dürfte. Es werden immer mehr Touren durch die engen Gassen organisiert, und der Besuch der einst kulinarischen Institution wird mehr und mehr zu einer oberflächlichen Freizeitgestaltung für desinteressierte Touristen, die ständig an ihren Mobiltelefonen fummeln.“ Touristenführer, oft Köche von auf der Donau schwimmenden Bettenburgen, peitschen Besucher nach dem Motto „Zeit ist Geld“ durch die Gassen, es bleibt keine Zeit, sich näher mit dem Angebot zu beschäftigen, geschweige denn etwas zu kaufen. Gleichzeitig flüchteten sich die Stammkunden zuerst in andere Einkaufszeiten, also weg vom Wochenende, um schließlich komplett vor den Menschenmengen zu kapitulieren.

Aus diesem Grund hat sich der Inhaber der Wiener Essig Brauerei entschieden, den „Disneyland-Naschmarkt“ nicht weiter zu unterstützen und künftig an keinerlei organisierten kulinarischen Touren mehr teilzunehmen. Er will sich dafür einsetzen, dass der Ort wieder das wird, was er lange Zeit für die österreichische Metropole und seine Stammkundschaft war: der freudenspendende und kulinarische Nabel der Stadt.