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Rolex – Geschichte einer Uhrenmarke getty images
  • 04. Mai 2015
  • Martin Imruck
Zeitloser Luxus

Rolex – Geschichte einer Uhrenmarke

Rolex, der renommierte Schweizer Uhrenhersteller, steht für innovative und prestigeträchtige Fabrikate. Und das nun schon seit gut 100 Jahren.

Entstehung – Der Pioniergeist des Hans Wilsdorf

Die Geschichte von Rolex beginnt vor gut 100 Jahren mit einer für damalige Verhältnisse ungewöhnlichen Idee: Erstmals präzise Armbanduhren herzustellen. Hans Wilsdorf, Ende des 19. Jahrhunderts im fränkischen Kulmbach geboren, zog mit diesem Plan über die Schweiz, wo er die Grundlagen des Uhrenhandels lernte, nach London. 1905 gründete er dort im Alter von nur 24 Jahren den Uhrenhandel „Wilsdorf & Davis“ – gemeinsam mit dem Gehäusebauer Alfred Davis. Die Uhrwerke für ihre Fabrikate bezog man damals wie heute aus einer Manufaktur in Biel (Schweiz).

Früh hatte Wilsdorf das Potential der Armbanduhr erkannt und setzte auf deren Entwicklung. Präzision und Qualität waren die Prämissen, nach denen er seine Uhren entwarf. Der schnelle Erfolg und die Beliebtheit seiner Modelle gaben ihm Recht. 1908 schließlich ließen Wilsdorf und Davis sich den Begriff „Rolex“ als neuen Firmennamen patentieren.

Rolex - Wofür steht der Name der Marke?

Um den Namen Rolex ranken sich viele Gerüchte, jedoch steht er wohl in Verbindung mit der französischen Bezeichnung „horlogerie exquise“. Auf Deutsch bedeutet das genau das, wofür die Fabrikate aus dem Hause Wilsdorf & Davis standen: Uhren mit hochwertiger Qualität. Darüber hinaus waren die Gründer von der Griffigkeit dieses Namens überzeugt. Er war unkompliziert, in allen Sprachen leicht aussprechbar, einprägsam und ließ wenig Platz für Verwechslungen.

Innovationen aus dem Hause Rolex

Aus strategischen Gründen zog das Unternehmen 1919 nach Genf, wo das nach wie vor in Biel produzierte Uhrwerk und das Gehäuse auch heute noch verheiratet werden, so dass die Uhren seither komplett „swiss made“ sind.

1926 entwickelte Rolex die erste wasser- und staubdichte Armbanduhr. Das Modell trug den Namen „Oyster“ (Auster) und bot den bis dahin besten Schutz für Uhrwerke. Der Härtetest für die Uhr war die 10-stündige Durchquerung des Ärmelkanals durch die Schwimmerin Mercedes Gleitze, die ein großes Medienecho erzeugte. Die „Oyster“ stand in der Folge für hohe Qualität und verhalf der Marke zu weltweitem Ruhm. Auch viele aktuelle Rolex-Modelle tragen das Qualitätssiegel Oyster noch heute in ihrem Namen.

1931 entwickelte Rolex mit dem Perpetual-Rotor den ersten automatischen Aufzugsmechanismus für Uhren. Dieser ist bis heute das Herz solcher Uhren, die sich automatisch aufziehen. Auch die Datumsanzeige in einem Feld im Ziffernblatt geht auf eine Erfindung von Rolex zurück.

Anfang der 1950er Jahre folgte die Entwicklung von Modellen für den professionellen Gebrauch. Die hohe technische Leistungsfähigkeit der Uhren aus dem Hause Rolex ermöglichten es den Entwicklern, die Uhren optimal an die kommenden Anforderungen anzupassen. Charakteristisch für ein solches Modell war 1953 die Submariner. Bis zu einer Wassertiefe von 100 Metern garantierte Rolex ein absolut wasserdichtes Gehäuse bei diesem Modell. Auch symbolisierten die Namen der Modelle oftmals Sinn und Zweck der Uhren und richteten sich damit unmittelbar an die Zielgruppe. So entstanden neben der Submariner für Taucher, auch Uhren für Piloten (GMT-Master), Bergsteiger, Forscher oder Entdecker (Explorer, Milgauss).

Gute Öffentlichkeitsarbeit

Durch geschickte Öffentlichkeitsarbeit – neben der Ärmelkanaldurchquerung trugen Teile der Expedition um Hillary und Tensing bei der Erstbesteigung des Mount Everest ebenfalls Rolex Uhren – gewannen die Modelle in den Folgejahren mehr und mehr an Aufmerksamkeit. Solche Maßnahmen festigten den Ruf des Unternehmens, qualitativ hochwertige, präzise und langlebige Modelle für den individuellen Gebrauch zu schaffen.

Inzwischen operiert das Unternehmen mit 28 Niederlassungen und 4000 Uhrenmachern in 100 Ländern weltweit. Bis heute strebt das Unternehmen danach, die Leistungsfähigkeit seiner Produkte immer wieder in professionellen Umfeldern  zu präsentieren. So ist Rolex seit 2013 offizieller Zeitgeber und Uhrenpartner in der Formel 1.

Der kinderlos gebliebene Hans Wilsdorf war übrigens 1960 verstorben und hatte noch zu Lebzeiten eine gemeinnützige Stiftung (Hans Wilsdorf Stiftung) gegründet, in deren Besitz das Unternehmen bis heute ist. Im Zentrum der Stiftung steht die Unterstützung gesellschaftlich Schwächerer.