Kaum eine Stadt im östlichen Mittelmeerraum erzählt ihre Geschichte so sichtbar wie Nicosia. Byzantiner, Lusignans, Venezianer, Osmanen und Briten haben hier ihre Spuren hinterlassen und ein einzigartiges kulturelles Mosaik geschaffen. Im Herzen dieser historischen Kulisse befindet sich das Amyth of Nicosia – ein liebevoll restauriertes Boutiquehotel der zypriotischen Thanos Gruppe, das Vergangenheit und Gegenwart auf besondere Weise miteinander verbindet.
Das Haus, das erst 2024 nach aufwendiger Renovierung eröffnet wurde, war einst eine Mädchenschule. Heute beherbergt das historische Gebäude lediglich zehn Zimmer und gehört zur exklusiven Kollektion der Design Hotels. Das Amyth setzt auf Intimität, Architektur und eine Lage, die kaum näher an den kulturellen und historischen Orten Nicosias liegen könnte.

Schon von der Dachterrasse offenbart sich das besondere Panorama der letzten geteilten Hauptstadt Europas. Die markanten venezianischen Stadtmauern zeichnen noch immer die Grenze zwischen dem historischen und dem modernen Nicosia. Dazwischen liegen Kirchen, Moscheen, Schulen, Museen und die sogenannte Green Line – die von den Vereinten Nationen überwachte Pufferzone, die seit 1974 die griechisch-zyprische und die türkisch-zyprische Seite trennt.
Amyth of Nicosia – Ein Hotel als Tor zur Altstadt
Direkt neben dem Hotel erhebt sich die Kirche Agios Antonios. Wenige Schritte entfernt befinden sich das Erzbistum, das traditionsreiche Pancyprian Gymnasium – die älteste Schule Zyperns – sowie zahlreiche historische Gebäude aus venezianischer, osmanischer und britischer Zeit. Die Geschichte des Viertels ist eng mit den Bemühungen verbunden, historische Bausubstanz zu erhalten. Viele der alten Herrenhäuser, aber eben auch Schulgebäude standen jahrzehntelang leer. Heute werden sie mit Unterstützung staatlicher und archäologischer Institutionen restauriert und erhalten eine neue Nutzung. Das Amyth ist eines der gelungensten Beispiele dieser Entwicklung.

Auch kulinarisch hat sich das Hotel längst einen Namen gemacht. Das Restaurant zählt inzwischen zu den gefragtesten Adressen der Stadt. Die Küche verbindet internationale Einflüsse mit zypriotischen Akzenten. Besonders beliebt sind die Terrasse und die regelmäßigen Wine-&-Dine-Veranstaltungen, die Einheimische ebenso anziehen wie Hotelgäste.
Spaziergang durch Jahrhunderte
Von hier aus lässt sich Nicosia hervorragend zu Fuß erkunden. Der Weg führt zunächst zum Erzbischöflichen Palast und zur St.-Johannes-Kathedrale, deren prachtvolle Fresken zu den schönsten Beispielen orthodoxer Sakralkunst auf Zypern zählen. Nur wenige Minuten entfernt erinnert das Freiheitsdenkmal an den Unabhängigkeitskampf gegen die britische Kolonialherrschaft zwischen 1955 und 1959. Museen wie das Volkskundemuseum oder das Nationale Kampfmuseum erzählen von den unterschiedlichen Epochen der Insel – von den Byzantinern über die Lusignans und Venezianer bis hin zu Osmanen und Briten. Besonders faszinierend ist dabei die Vielschichtigkeit der Stadt. Französische Gotik trifft auf osmanische Innenhöfe, britische Kolonialarchitektur auf orthodoxe Kirchen. Jede Herrschaftsepoche hat ihre Spuren hinterlassen.

Die Green Line – eine offene Wunde und ein Ort der Hoffnung
Kaum ein Besuch in Nicosia kommt ohne die Begegnung mit der Green Line aus. Straßen enden plötzlich an Barrikaden, Stacheldraht und verlassenen Häusern. Die Grenze verläuft mitten durch die Altstadt und erinnert täglich an die ungelöste Teilung der Insel. Gleichzeitig ist die Öffnung der Grenzübergänge seit 2003 zu einem Symbol für Annäherung geworden. Wo früher verlassene Geschäfte und leere Straßen das Bild prägten, herrscht heute neues Leben. Cafés, Restaurants, Galerien und kleine Läden haben sich angesiedelt. Die Stadt zeigt damit eindrucksvoll, wie wirtschaftliche und kulturelle Begegnung Brücken schlagen kann – auch wenn politische Lösungen weiterhin ausstehen.

Zwischen Kirchen, Moscheen und Nachbarschaften
Besonders eindrucksvoll wird die Geschichte Nicosias rund um die Faneromeni-Kirche und die benachbarten Viertel sichtbar. Hier lebten über Jahrhunderte griechische und türkische Zyprer Tür an Tür. Die Kirche und die Moschee bildeten jeweils die sozialen Zentren ihrer Gemeinschaften – oft nur wenige Meter voneinander entfernt. Heute erzählen restaurierte Herrenhäuser, traditionelle Tavernen und kleine Plätze von dieser gemeinsamen Vergangenheit. Einige der besten Entdeckungen warten abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten: alte „Mageiria“, traditionelle Lokale, in denen noch nach den Rezepten der Großmütter gekocht wird, versteckte Innenhöfe und kleine Kunstgalerien in historischen Gebäuden.
Wer durch ihre Gassen streift, begegnet einer Stadt, die von Konflikten und Begegnungen, von Eroberungen und kulturellem Austausch geprägt wurde. Das Amyth of Nicosia bietet dafür den perfekten Ausgangspunkt. Nicht als klassisches Stadthotel, sondern als Ort, der selbst Teil dieser Geschichte geworden ist.
Alle weiteren Informationen unter: amythhotels.com



















