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Früher Sprüher – Martin Stieber über Graffiti in Deutschland Derk Hoberg
Graffiti in Heidelberg

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Bereits seit 1984 ist Martin Stieber in der Heidelberger Hip Hop-Szene um Advanced Chemestry und Torch aktiv. Damit prägte er auch die gesamte deutsche Szene. Gemeinsam mit seinem Bruder rappte er als einer der Stieber Twins ab Mitte der 1990er Jahre und produzierte in der Zwischenzeit zahlreiche andere Künstler. Inzwischen betreibt einen Hip-Hop-Laden in Heidelberg, in dem er auch Sprühdosen verkauft. Das liegt auch in seiner eigenen Vergangenheit begründet.

 

urbanlife: Martin, Du bist schon lange in der Hiphop-Szene aktiv und hast früher selbst viel gesprüht. Wie ging das alles los?
Martin Stieber: Wir wurden damals natürlich stark von der ganzen Welle beeinflusst, die aus den USA herüberkam. Damals gab es die Subway-Art und die Breakin´Art. Material davon haben wir recht früh in die Hände bekommen, das war 1984. Durch unser Umfeld hier in Heidelberg haben wir damals dann Gleichgesinnte wie Frederik Hahn alias Torch getroffen. Über ihn kamen wir dann letztendlich auch aktiv zum Sprühen. Torch hatte auch in der Altstadt schon einige Pieces hinterlassen, was uns natürlich auch beeindruckt hat. Die erste Geschichte, die wir gesprüht haben, war ein Autobahndreieck hier in der Nähe, das war 1988. Die ersten Züge folgten kurz darauf. Das dürfte inzwischen alles verjährt sein, deshalb kann ich da ganz frei drüber reden. Aber 1988 war so der Startpunkt, damals konnten wir noch unbehelligt mit der Leiter dahin spazieren und sprühen. Das war zu abstrakt damals, die Polizei hatte das nicht auf dem Schirm.

urbanlife: Hattest Du zu dieser Zeit auch unfreiwilligen Kontakt mit der Polizei?
Martin Stieber: Nach einer Weile wurden wir damals observiert. In Neckarsulm wurden wir auch einmal auch am Bahnhof überführt, nach Heidelberg gebracht und eine Hausdurchsuchung bei uns durchgeführt. Natürlich wurden sie auch fündig, sie haben damals über 900 Fotos konfisziert, die ich leider nie zurückbekommen habe. Wenigstens wurde das Verfahren damals eingestellt. Eigentlich hatten wir dort nur unsere Bilder fotografieren wollen, da haben sie zugegriffen. Im Nachhinein hätten sie uns lieber verknacken und mir dafür die Fotos wiedergeben sollen (lacht).

urbanlife: Welche Rolle spielte die Heidelberger Hiphop-Szene bei der Entwicklung dieser Kunstform in Deutschland?
Martin Stieber: Hier war eine der Keimzellen der Sprüherei in Deutschland. Wir waren neben  anderen Flecken in Deutschland federführend. Unter anderem war Gonzalo Maldonado einer der ganz Großen hier, hatte den amerikanischen Style früh drauf, konnte ihn adaptieren und verbessern. Deshalb war Heidelberg auch immer ein Aushängeschild in Sachen Wildstyle und Buchstaben-Typo. Da gibt es bis heute wenige, die Gonzalo in Sachen Ausdruck und Stabilität das Wasser reichen können.

urbanlife: Wie hat sich denn die Szene im Laufe der Zeit gewandelt? Heute gibt es ja auch viele Flächen, auf denen man legal sprühen kann…
Martin Stieber: Die meisten von denen, die ich kenne, nehmen solche Flächen natürlich dankbar an. Auch als Eigenwerbung. Die Szene hat ganz generell einen Wandel vom Underground in die Galerie hinter sich. Von irgendetwas muss man ja auch leben, wenn man sich dieser Kunst gewidmet hat. Gonzalo hat das hinbekommen, er bekommt heute sogar Aufträge von öffentlicher Seite, zum Beispiel von der Stadt Mannheim.

urbanlife: Neben den Klamotten und Accessoires hier im Laden gibt es auch Sprühdosen im Angebot. Kommt die Polizei denn manchmal vorbei und schaut, wer diese kauft?
Martin Stieber: Früher waren tatsächlich mal Zivil-Polizisten auf der Straße positioniert, um zu gucken, wer hier die Tüten rausträgt. Aber die Käuferschaft hat sich inzwischen auch gewandelt. Die meisten kaufen gezielt ein bis zwei Dosen für ihre Stencils (Schablonen, Anm. d. Redaktion) oder um eben etwas Bestimmtes zu besprühen. Diejenigen, die Züge oder große Murals (Wandbilder, d. Red.) machen, die bestellen jetzt eher im Netz, weil sie große Mengen an Dosen brauchen. Ich werde die Dosen aber auch weiterhin verkaufen. Weil es gut läuft und auch, weil die Kids dann einfach mal ablassen können, ihre Meinung so zum Ausdruck bringen können: drauf drücken, an die Wand sprühen und das Ganze, im Bestfall, mit einer guten Botschaft.

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