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Shanghai vom Feinsten: Das Restaurant UltraViolet Scott Wright of Limelight Studio
  • 30. Dezember 2015
  • Derk Hoberg

Shanghai vom Feinsten: Das Restaurant UltraViolet

Abgefahren, abgefahrener, UltraViolet – das Spitzenrestaurant in Shanghai zählt wohl zu den originellsten Locations überhaupt. Nur zehn Personen haben im UltraViolet Platz. Bekocht werden sie vom französischen Spitzenkoch Paul Pairet. Der Clou: Eine Multivisions-Show, bei der das Speisezimmer je nach Gang sein Motto ändert.

Das Erlebnis „UltraViolet by Paul Pairet“ beginnt bereits auf dem Hinweg zum Restaurant: Das UltraViolet hat nämlich keine offizielle Adresse. Sucht man sie auf der Homepage des außergewöhnlichen Restaurants, bekommt man lediglich die Auskunft: „Somewhere in Shanghai“ (irgendwo in Shanghai). Auch eine Telefonnummer zum Reservieren gibt es nicht. Gebucht werden kann nur online. Schafft man es, einen Platz zu bekommen, trifft man sich mit den anderen Gästen vor Paul Pairets anderem Restaurant, dem „Mr. & Mrs. Bund“, das an der berühmten Uferpromenade von Shanghai liegt, dem Bund. Von dort aus wird man kommentarlos von einem schwarzgekleideten Chauffeur mit einem Kleinbus zum UltraViolet gebracht – somewhere in Shanghai.

Die Multivisions-Show im UltraViolet

Doch nicht nur die Anreise ist unnormal bei Paul Pairets UltraViolet. Dem französischen Chef, der seit 2005 in der aufstrebenden Metropole Shanghai lebt und 2009 schon Gastkoch im Salzburger „Ikarus“ war, schwebte ein Restaurant vor, das alle Sinne gleichermaßen anspricht. 15 Jahre lang entwickelte er das innovative Konzept, das nun seit Mitte 2012 im UltraViolet erlebt werden kann. Im Zentrum eines fensterlosen Raumes – vermutlich in einer alten Fabrikhalle – steht ein einziger Tisch für die zehn Gäste bereit. Rund um den Tisch ist eine große Projektionsfläche installiert, auf der im Laufe des Menüs verschiedene Filme und Fotos wiedergegeben werden und auch der Tisch selbst dient als Projektionsfläche. Natürlich gibt es im UltraViolet auch etwas auf die Ohren. Ein wilder Musik- und Geräuschmix läuft begleitend im Hintergrund.

„Psycho-Taste“ im UltraViolet

Die Küche im UltraViolet ist ein spielerischer Mix: Von klassischer französischer bis hin zur Molekularküche ist alles dabei, was die Kochhistorie hervorgebracht hat und auch die Utensilien sind extravagant. Doch damit noch nicht genug. Bekommen die Gäste im UltraViolet ein Wildgericht serviert, sitzen sie im Wald – Bäume werden an die Wand geworfen, die Atmosphäre ist neblig, ein wenig düster, es duftet nach Wald und sogar die Raumtemperatur geht herunter. Gibt es Meeresfrüchte, tosen die Wellen auf den Leinwänden, ein leichter Wind weht durch den Raum und die Brandung rauscht aus den Lautsprechern. Alles, um beim Gast noch mehr Emotionen zu wecken, als es der Geschmack von Pairets Essens alleine bereits vermag. „Psycho Taste“ nennt der Spitzenkoch dieses Konzept. So werden alle 20 Gänge in einer anderen Umgebung und mit einer anderen Stimmung aufgetischt.

© Scott Wright of Limelight Studio

 

© Scott Wright of Limelight Studio

Überwacht wird alles aus einem Kontrollraum in der Küche. Was sich jetzt allerdings streng organisiert anhört, geht dennoch mit einer Menge Spaß einher. Die Gäste sollen sich wohlfühlen in der experimentellen Atmosphäre. So gibt es keinerlei Dresscode, man kann „einfach man selbst sein“ an diesem Abend, heißt es in einer Broschüre des Restaurants. Zusätzlich zur Auflockerung der Stimmung sollen auch die Servicekräfte beitragen, die dann auch schon mal ein Wettrennen mit dem Chef um den Tisch veranstalten, während dort die Gäste ihre „Geschmolzenen Gummibärchen“ verspeisen.

© Scott Wright of Limelight Studio                        © Scott Wright of Limelight Studio

Preise im UltraViolet

Natürlich ist ein Besuch im UltraViolet nicht ganz günstig. Je nachdem, welches der beiden Menüs man bucht, werden umgerechnet etwa 550 oder 850 Euro aufgerufen. Dafür erlebt man etwas Einzigartiges: die perfekte Inszenierung eines Abendessens. Von der Anreise zum Restaurant, über den Countdown zu Beginn des Menüs, bis hin zum Abspann, der nach dem Menü über die Leinwand flimmert.

Dieser Beitrag stammt von Derk und dem urbanlife-Team