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Smart Home – Milliardenpotenzial bleibt ungenutzt

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Die zwei Leben von Maybach gettyimages.de
  • 02. September 2015
  • David Meininger
Oberklasse

Die zwei Leben von Maybach

Der Name Maybach steht in Deutschland für große, schwere und vor allem luxuriösen Automobile. Doch das gehört der Vergangenheit an: Am 17. Dezember 2012 verließ das letzte Maybach-Fahrzeug die Sindelfinger Produktionshallen. Was bleibt, ist ein Name.

Maybach und sein Förderer

Wilhelm Maybach, Gründer der Maybach-Motoren GmbH und Namensgeber der Marke, wurde 1846 in Heidelberg geboren. Nach dem frühen Tod seiner Eltern wuchs er in einem Waisenheim in Stuttgart auf. Später absolvierte er eine Ausbildung zum technischen Zeichner und Konstrukteur.  Während seiner Lehrzeit machte der junge Wilhelm eine Bekanntschaft, die sich als Glücksfall erweisen sollte. Er lernte den Automobilpionier Gottlieb Daimler kennen, der damals Leiter einer Maschinenfabrik war. Der Industrielle erkannte die Begabung Maybachs und begann, den jungen Konstrukteur zu fördern. Er ernannte ihn zum Leiter des Konstruktionsbüros der Gasmotoren-Fabrik Deutz bei Köln und beauftragte ihn mit der Weiterentwicklung des von Nikolaus Otto entwickelten Verbrennungsmotors. Als Gottlieb Daimler 1890 seine eigene Firma gründete, machte er seinen langjährigen Vertrauten zum technischen Direktor der Daimler-Motoren-Gesellschaft.

Über die Luftfahrt zum Automobil

Nach dem Tod Daimlers, gründete Maybach 1909 zusammen mit Ferdinand Graf von Zeppelin die Luftfahrzeug-Motorenbau GmbH, die zunächst auf die Entwicklung und Produktion von Motoren für Zeppeline spezialisiert war. Nach dem ersten Weltkrieg wurde das in Friedrichshafen am Bodensee ansässige Unternehmen in Maybach-Motorenbau GmbH umbenannt. Der Krieg hatte weitreichende Folgen für Maybach: Der Versailler Friedensvertrag verbot die Produktion von Luftschiffen und Flugzeugen, sodass Maybach seinen Geschäftsbereich anpassen musste: Die Werke begannen mit der Herstellung von Luxuswagen.

Der erste Maybach-Wagen war der „W 3“. Er wurde 1921 auf der Berliner Automobilausstellung vorgestellt. 1930 folgte der legendäre Maybach Zeppelin, die größte deutsche Limousine, angetrieben von einem Zwölfzylinder-Motor. Maybach-Automobile waren Luxusgefährte und richteten sich an eine kleine, aber wohlhabende Zielgruppe. In zwanzig Jahren wurden nur 2300 Wagen verkauft. Das Resultat: Die Gewinne blieben aus und die Produktion von Automobilen wurde 1941 eingestellt. Stattdessen konzentrierte sich das Unternehmen - vor allem nach dem zweiten Weltkrieg - wieder auf die Herstellung von größeren Motoren für Schiffe und Schienenfahrzeuge.

Daimler versucht die Wiederbelebung – und scheitert

1960 folgte die Übernahme durch die Daimler-Benz AG und die Umbenennung in die MTU Friedrichshafen GmbH. 2002 entschlossen sich die Verantwortlichen zu einer Wiederbelebung der Automobilmarke Maybach. Damit reagierte die Daimler AG auf die Bemühungen der Konkurrenten. Sowohl VW, als auch BMW hatten sich um die Jahrtausendwende im Oberklasse-Segment mit einer traditionsreichen Marke verstärkt. Die Volkswagen-AG kaufte 1998 die Marke Bentley, während BMW sich die Rechte der Marke Rolls Royce sicherte.

Mercedes musste also nachziehen und stellte die Maybach-Modelle 57 und 62 vor. Das ganze endete in einem wirtschaftlichen Fiasko. Die neuen Maybach-Luxuswagen erinnerten stark an die hauseigene S-Klasse, waren aber um ein Vielfaches teurer. Potenzielle Käufer wurden durch veraltete Elektronik und überzogene Innenausstattung abgeschreckt. Zudem war der Name Maybach international zu unbekannt, um als Statussymbol zu gelten.

Nach zehn Jahren und nur 3000 verkauften Exemplaren zog der Vorstand der Daimler AG die Konsequenzen und verkündete zum zweiten Mal in der Firmengeschichte das Ende der Automobilmarke Maybach. Was bleibt, ist der Name: S600 Maybach soll die Lösung des sprichwörtlichen Luxusproblems heißen. Die Verantwortlichen sehen seither in der hauseigenen S-Klasse ein größeres Potenzial für den internationalen Markt. Neue, luxuriöse S-Klassen sollen zukünftig den Markt erobern und die Lücke im Oberklasse-Segment schließen.

 

Dieser Beitrag stammt von Derk und dem urbanlife-Team