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Der Ford Mustang – Eine Legende gettyimages.de
  • 07. September 2015
  • Martin Imruck
Geschichte eines Klassikers

Der Ford Mustang – Eine Legende

In diesem Jahr erschien die neueste Mustang Generation auf dem europäischen Markt. Grund genug, die Geschichte des prestigeträchtigen Klassikers zu beleuchten.

1964 ging er in Serienproduktion und entwickelte sich rasend schnell zu einem der beliebtesten „Muscle-Cars“ in den USA: der Ford Mustang. Bis heute sind über acht Millionen Exemplare verkauft worden. Doch wie hat alles angefangen? Ein kleiner Blick auf die bemerkenswerte Geschichte dieses legendären Sportwagens.

Anfang der 60er nimmt sich die Ford Motor Company vor, ein neues Modell zu entwickeln. Ziel war es, ein Fahrzeug zu entwerfen, das sowohl Fahrspaß vermittelt, als auch an die aktuelle Gesellschaftssituation angepasst ist. So wurden die vielen Jugendlichen und jungen Familien zur Zielgruppe der neuen Modelle.

Die Bezeichnung Mustang stammt eigentlich von dem berüchtigten Kampfflugzeug P51 Mustang aus dem zweiten Weltkrieg ab. Da Henry Ford diesen kriegerischen Hintergrund jedoch nicht für seine Wagen verwenden wollte, orientierte er sich lieber an den Wildpferden der amerikanischen Prärie. So wurde dann auch das galoppierende Pferd auf dem Chromgrill montiert und zum Sinnbild von Freiheit und Unabhängigkeit.

Als Basis für den Mustang wird der Ford Falcon auserkoren und das erste Konzept im Jahr  1962 vorgestellt. Geplant ist ein Zweisitzer mit einem V6 Mittelmotor. Der erste Mustang aus Serienproduktion, war 1964 dann allerdings ein Achtzylinder und bot Platz für vier Insassen.

Auf der Weltausstellung 1964 in New York wird dieser der Öffentlichkeit präsentiert. Er kostet etwas über 2.300 Dollar und ist als Coupe, sowie als Cabriolet erhältlich. Da im Vorfeld die Werbetrommel gerührt wurde, schoss die Nachfrage sofort in die Höhe. Noch an diesem Tag wurden 22.000 Bestellungen aufgegeben und im ersten Jahr insgesamt 420.000 Exemplare verkauft. Bereits 1966 wurde die Millionenmarke geknackt.

Nach dem Start der Serienproduktion geht die Entwicklung rasch weiter. Dabei werden die Fahrzeuge immer leistungsstärker.

Pferd Mustang1. Generation (1964-1973)

Die Fahrzeuge der ersten Generation zeichnen sich vor allem durch ihr kompaktes Äußeres, das kurze Stufenheck, einen langen Bug und starke Motoren aus. Außerdem sorgen der Chromgrill mit dem Symbol des galoppierenden Pferdes und das sportliche Innendesign für Wiedererkennungswert. In den neun Jahren der Entwicklung nahmen die Wagen stets an Größe, Gewicht (ca. 1500 kg) und Leistung zu.

Ebenfalls ein Teil dieser Epoche waren die bekannten Shelby- Modelle, welche aus der Zusammenarbeit mit Renn-Ikone Carroll Shelby resultierten. Unter anderem wurde er dafür engagiert, um den Modellen der Corvette von Chevrolet Konkurrenz zu machen. Der erste Shelby GT 350 wurde 1965 mit 306 PS und einem V8 Motor vorgestellt. Zwischen 1967 und 1970 wurde außerdem der Mustang GT produziert.

Nach einer langen Durststrecke wird erst 2006 ein weiterer Shelby produziert. Der Shelby Cobra GT 500 ist mit seinen gut 500 Pferdestärken und dem 5,4l – Kompressor – V8 Motor der leistungsfähigste Mustang, der die Fabriken je verlassen hat.

2. Generation (1973-1978)

Kleiner und schlanker als die Vorgänger präsentierte sich die Mustang-Generation ab 1973. Zur Auswahl standen nur zwei Motoren. Ein 2,3 Litermotor mit 4 Zylindern und 85 PS, sowie ein 2,8 Litermotor, mit 6 Zylindern und etwas über 100 PS. Aufgrund der Energiekriese finden sich unter den Modellen erstmals keine Achtzylinder und auch die Cabriolets-Produktion wird bis 1983 eingestellt. Außerdem unterschied sich die neue Generation im Design. Die Modelle waren um 50 cm kürzer, außerdem 220 kg leichter und damit allgemein kompakter, als ihre Vorgänger.

Erst 1975 wird ein Achtzylinder nachgereicht. Dieser besitzt allerdings auch nur 124 PS. Besonders die gesunkenen Verkaufszahlen zeigten, dass ein leistungsstarker Motor zum Mustang dazugehört. In den Folgejahren kehrte man immer mehr zu den leistungsstarken Gefährten zurück, welche die Marke vor Beginn der Energiekriese ausgemacht hatten.

3. Generation (1979-1993)

Obwohl auch bei der dritten Generation weiter abgespeckt wurde, erhielten die Wagen wieder etwas mehr von dem schweren und leistungsstarken Stil  der ersten Generation zurück. Die Wagen waren zwar erneut etwa 100 kg leichter als ihre Vorgänger, dafür konnte die größte der drei Motorvarianten wieder mit 5 Litern, einem V8-Zylinder und 225 PS aufwarten.

Höhepunkt der dritten Generation ist der Mustang GT, der 1982 nach zwölf Jahren wieder hergestellt wird, auch wenn er mit seinen 157 PS verhältnismäßig zahm bleibt. Weiterhin steigen mit dem Mustang Cobra und dessen Rennversion, dem  Mustang Cobra R im Jahr 1993 die Motorleistungen erstmals wieder über die 300 PS- Marke und folgen damit dem Trend, der die Wagen zurück zu alter Stärke führen sollte. Die dritte Generation hielt sich mit ständigen Neuerungen 14 Jahre lang im Geschäft.

4. Generation (1994-2004)

Pünktlich zum 30-jährigen Jubiläum wurden dann auch wieder Cabriolets produziert. Ansonsten trumpfte das Unternehmen mit zwei Leistungsklassen auf. Zum einen gab es Modelle mit kleinen Motoren und deutlich verringerten Leistungen, die vor allem für enormen Fahrkomfort sorgten,  zum anderen die GT und Cobra Modelle, welche die leistungsstarken Versionen dieser Generation darstellten. Das Cobra Modell war mit 395 PS (4,6 l Kompressor V8) seit langem einer der leistungsstärksten Mustangs und erinnert besonders an die alten Zeiten.

Nach dem Millenniumswechsel werden die Modelle stilmäßig angepasst. Dabei  ändert sich besonders das Design von der Haube, über den Kühlergrill, bis hin zu den Lampen. 2004 verlassen die letzten Modelle das Werk der „Dearborn Assembley Plant“.  Das Werk zieht um nach Flat Rock, Michigan, wo dann der Startschuss für die nächste Generation fällt.

5. Generation (2004-2008)

Diese verkörpert wie keine andere das langfristige Bestreben des Unternehmens, seiner historischen Modelle gerecht zu werden. „Back to the roots“ heißt es daher auch für die Modelle. Sie werden konsequent im Retrodesign entworfen, stehen optisch voll unter dem Stern der Urmodelle und unter den Motorhauben wüten moderne V6 und V8 Motoren mit über 300 PS.

6. Generation (seit 2009)

Seit 2009 fanden wieder große Renovierungen an den Modellen statt, vor allem im technischen Bereich.  Die Coupés und Cabriolets werden mit einem Sechsgang Getriebe, einem veränderten Bug und moderneren Rückleuchten ausgestattet. Die in den Modellen verwendeten Motoren (3,7l-V6, 305 PS und 5l-V8, 420 PS) behalten die Leistungsstärke weiter bei und verkörpern so den Geist der Ur-Mustangs.

Der neue Mustang

MustangDer aktuelle Mustang wurde auf dem Empire State Building in New York präsentiertSeit 2015 ist die neueste Mustang-Generation nun auch in Europa und in Deutschland zu haben. Die moderne Form des aktuellen „Ford Mustang Fastbacks“ soll den Geist des klassischen Ford Mustang widerspiegeln. Durch die aerodynamische, nach unten gebogene Motorhaube und Frontsplitter, die für mehr Abtrieb sorgen, soll man die kompromisslose Kraft und Dynamik des neuen Ford Mustang nun noch mehr genießen können. Die gesamte Designsprache – von den charakteristischen Scheinwerfen bis zu den markanten Rückleuchten – zeigt, dass auch der neue Ford Mustang in der Tradition seiner legendären Vorgänger steht.

Idee des Mustangs

So bewahrten seit jeher alle Mustang-Generationen die Grundidee vom an die gesellschaftliche Gesamtsituation angepassten Wagen. Darüber hinaus ist Individualität bis heute eine der Besonderheiten des Mustangs. Die Käufer sollten möglichst viele Wege finden ihr Fahrzeug den persönlichen Vorstellungen und Wünschen nach zu gestalten.

Ein Mustang sollte für die junge Zielgruppe, aber auch für jeden anderen Besitzer ein Stück weit zur Identifikation und Selbstverwirklichung dienen. Die Wagen waren nicht an eine bestimmte Klasse oder einen Status gebunden, jeder sollte davon begeistert sein. Der Mustang ist daher bis heute für alle Jungen und Junggebliebenen der Trendsetter unter den Wagen – eben eine richtige Legende.

 

Dieser Beitrag stammt von Derk und dem urbanlife-Team